Mundhygiene bei Mundtrockenheit – Karies & Co. vorbeugen!

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Ein schönes Lächeln und schöne Zähne sind wichtig für soziale Kontakte und sind entscheidend dafür, einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen. Wenn Sie aber mit einem ständig trockenen Mund, trockenen Lippen und entzündeten Schleimhäuten zu kämpfen haben, wissen Sie, wie unangenehm und schmerzhaft eine gründliche Zahnpflege sein kann. Dennoch sollten Sie ihre Mundhygiene nicht vernachlässigen, denn Mundgeruch ist nur eine harmlose Folge.

Unsere Zähne sind täglich vielen Einflüssen ausgesetzt. Ob das unser Mittagessen ist, der Nachmittagskaffee, oder das heimliche Stück Schokolade, bevor man ins Bett geht. Dabei kommen ganz schön viele Bakterien zusammen, vor denen unsere Zähne geschützt werden müssen. Den Großteil dieser Arbeit übernimmt der Speichel. Er befeuchtet die Schleimhäute, erleichtert das Schlucken und ist auch für verschiedene weitere Schutzfunktionen zuständig. Zum Beispiel, verhindert er, dass sich Viren und Bakterien in der Mundhöhle anhaften. Dadurch wird im Mund ein normaler pH-Wert von ca. 6 erhalten. Durch den Remineralisierungsprozess, also die Reparatur von kleinsten Schäden am Zahnschmelz, verhindert der Speichel zudem die Entstehung von Karies. Der Speichel ist also ein wahres Multitalent. Umso schlimmer, wenn bei einer Mundtrockenheit (Xerostomie) zu wenig Speichel produziert wird und die Mundschleimhäute austrocknen. In diesem Fall ist es unerlässlich, auf eine sorgfältige Mundhygiene zu achten. Folgende Ratschläge können Ihnen dabei helfen!

Ernährung bei Mundtrockenheit

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Essen wir zuckerhaltige Nahrung, sinkt der pH-Wert im Speichel auf unter 6 und der Säuregehalt darin steigt an. Bei einer gesunden Speichelproduktion dauert es ungefähr 20 bis 30 Minuten bis dieser pH-Wert ausgeglichen ist. Bei einem trockenen Mund, beziehungsweise bei einer verminderten Speichelproduktion, dauert der Ausgleich des pH-Wertes um einiges länger und das Kariesrisiko steigt. Deswegen gilt als erstes Gebot, wenn es um die Ernährung bei Mundtrockenheit geht: Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke vermeiden!

Genauso sollten Sie, trotz Schmerzen beim Schlucken und Kauen, auf breiige und klebrige Nahrung verzichten, da sie sich an die Schleimhäute haftet und zu Entzündungen führt. Sie können trotzdem trockene Lebensmittel wie ein Käse- oder Wurstbrot essen und den Schluckvorgang mit zuckerfreien Früchte- oder Grüntee unterstützen. Und damit auch der Sonntagsbraten nicht im Hals stecken bleibt, sollten Sie außerdem darauf achten, die Speisen mit viel Soße zu servieren. Zudem schmecken gut gewürzte Gerichte nicht nur besser, sondern sie regen auch die Speichelproduktion an. Aber Vorsicht: Auf zu pikante Gewürze sollten Sie jedoch verzichten, da diese die trockene Schleimhaut noch zusätzlich reizen!

Ein spritzer Zitronensaft gilt als wunderbewirkendes Hausmittel gegen Mundtrockenheit, da die Säure der Zitrone die Speichelproduktion anregt. Im Falle aber von Läsionen und Reizungen im Mund sollten Sie aber vorsichtig sein. Die Säure reizt die offenen Stellen und es kommt zu einem unangenehmen Brennen im Mundraum. Haben Sie aber trotzdem Appetit auf saures Obst, dann backen oder dämpfen sie es doch vor dem Verzehr.

Ihre Schleimhaut ist schon so stark gereizt, dass das Essen fast unmöglich ist? Probieren Sie es mit zuckerfreien Speiseeis, oder Eiswürfeln. Diese kühlen ihre trockene und gereizte Mundhöhle und verschaffen Linderung. Salbeilösung, Kamillentee und Speiseöl wirken zusätzlich entzündungshemmend, befeuchten die Schleimhäute und unterstützen beim Heilungsprozess. Die Krönung: Eiswürfel aus Kamillentee!

Eine sorgfältige Mundhygiene ist das A und O bei Mundtrockenheit

Durch die extrem niedrige Speichelmenge im Mund kann der natürliche Abwehrmechanismus des Speichels nicht funktionieren. Die Konsequenz: matte Zahnoberflächen, Zahnfleischentzündungen, Pilzbefall der Mundhöhle und im schlimmsten Fall Wurzelkaries. Diese schlimmen Auswirkungen können Sie aber mit einer vorbeugenden und sorgfältigen Mundhygiene aufhalten.

Regelmäßiger Zahnarztbesuch

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Der regelmäßige Gang zum Profi ist unerlässlich bei Mundtrockenheit. Personen, die davon betroffen sind, sollten nicht nur einmal im Jahr den Zahnarzt besuchen, sondern es wird empfohlen, alle drei bis sechs Monate zu gehen. Durch eine professionelle Untersuchung und ein aufklärendes Gespräch können Gründe für die Mundtrockenheit ausfindig gemacht, Therapiemöglichkeit vorgeschlagen und schwerwiegende Folgen verhindert werden. Außerdem gelingt es durch eine professionelle Zahnreinigung alle Zahnflächen und schwer erreichbare Wurzeloberflächen von Belägen zu befreien, bei denen Sie zu Hause Probleme hätten.

Hinweise für zu Hause

Sie sollten auf jeden Fall darauf achten, dass sie trotz Schmerzen im Mund mindestens zweimal täglich zur Zahnbürste und Zahnseide greifen. Um diesen Prozess für Sie angenehmer zu gestalten, kann es helfen, eine weiche Zahnbürste zu verwenden. Die weichen Borsten reizen entzündetes Zahnfleisch und entzündete Mundschleimhaut weniger. Benutzen Sie für ihre Zahnreinigung am besten verschreibungspflichtige Fluoridzahnpasten und Gele. Diese enthalten 1,1 Prozent neutrales Natriumfluorid und sind bei Mundtrockenheit und empfindlichen Zähnen gut verträglich. Hingegen aufhellende Zahnpasten sind sehr aggressiv und können Ihre Beschwerden noch verschlimmern.

Speichel anregen

Um den Speichel als natürlichen Abwehrmechanismus gegen Karies wieder anzuregen, können Sie oben erwähnte Ernährungstipps ausprobieren. Zudem können Sie probieren, durch einen zuckerfreien Kaugummi oder ein zuckerfreies Bonbon den Speichelfluss anzuregen. Sollte all’ das aber nicht zur Ihrer Zufriedenheit helfen, gibt es noch andere Mittel, die eine Linderung der Symptome versprechen. Beispielsweise gibt es Speichelersatzprodukte in Form von Mundsprays- oder gels, die mehrmals täglich angewendet werden müssen. Ist Ihnen dieser mehrmalige Aufwand zu groß und auch schlecht mit Ihrem Alltag zu verbinden, können Sie auch auf Hafttabletten zurückgreifen. Diese werden direkt auf Ihr Zahnfleisch geklebt und behindern Sie nicht beim Sprechen. Durch die kontinuierliche Absonderung des Wirkstoffes ist es möglich, den trockenen Mund kontinuierlich zu befeuchten und pH-Wert im Mundraum aufrecht zu erhalten.


Literatur

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