Fünf Tipps: Was tun bei Mundtrockenheit?

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Mundtrockenheit ist ein lästiges Phänomen, mit dem sich viele Menschen gelegentlich oder auch regelmäßig herumschlagen. Meist ist sie harmlos, nichtsdestotrotz aber unangenehm – also was tun bei Mundtrockenheit (Xerostomie) ? Wir haben fünf einfache Tipps, wie Sie das Problem loswerden.

1. Regelmäßig trinken

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Die wohl naheliegendste Empfehlung: Trinken Sie genug! Allerdings hilft es nicht gegen Mundtrockenheit, einfach schnell einen halben Liter in sich hineinzuschütten. Ein trockener Mund kommt meistens daher, dass man dem Körper zu wenig Flüssigkeit zuführt. Der Organismus fährt daher den Wasserverlust, der unter anderem über die Speichelproduktion geschieht, so weit wie möglich herunter, um genug für die wichtigen Organe übrig zu haben. Dem kann man am besten entgegenwirken, indem man stets über den ganzen Tag verteilt genug trinkt – in vielen kleinen Portionen, nicht in wenigen großen! Die empfohlene Menge beträgt pro Kilogramm Körpergewicht zwischen 30 und 40 Milliliter. Wenn Sie also 75 Kilogramm wiegen, sollten Sie am Tag ca. 2,3 bis 3 Liter Wasser trinken, dann versucht der Körper nicht, Flüssigkeit einzusparen. Bei höherem Körpergewicht ist die Menge entsprechend größer. Oft hilft es auch, dem Wasser einen Spritzer Zitronen- oder Limettensaft hinzuzufügen – die Säure stimuliert die Speichelproduktion. Hier ist aber Vorsicht geboten: Sollten Sie trockene und offene Stellen in der Mundhöhle haben, reizt die Säure der Zitrone diese und es kommt zu einem unangenehmen Brennen.

2. Nachts Mundatmung verhindern

Schnarchen Sie? Gut möglich, dass Sie deswegen morgens mit einem trockenen Mund aufwachen. Häufig entsteht Schnarchen durch eine unbewusste Umstellung von der Nasen- auf die Mundatmung – das passiert besonders oft, wenn man schon tagsüber regelmäßig durch den Mund atmet, etwa bei einem Schnupfen oder anatomischen Normabweichungen. Der stärkere Atemstrom durch den Mund trocknet die Schleimhäute aus, zumal die Speichelproduktion nachts ohnehin vermindert ist. Um die Mundatmung und damit Folgen wie z. B. Mundgeruch zu verhindern, gibt es verschiedene Optionen:

  • Vermeiden Sie die Rückenlage. In dieser Position tritt Mundatmung besonders häufig auf, da der schlaffe Zungengrund nach unten sinkt und die Atemwege enger macht. Um die Rückenlage zu verhindern, gibt es spezielle Kissen, Westen oder Gurte, die die Seitenlage fördern. Ratgeber empfehlen gerne einen alten Trick mit einem Tennisball, der mit Klebeband auf den Rücken geklebt wird. Das funktioniert jedoch nicht gut: Der Ball ist klein genug, um sich trotzdem auf den Rücken zu legen.
  • Um die Nasenatmung zu verbessern, gibt es auch verschiedene sogenannte Nasendilatatoren aus Kunststoff, die in die Nasenlöcher gesteckt werden. Sie spreizen die nasalen Atemwege und erleichtern so das Atmen durch die Nase. Es kommt folglich nicht mehr so leicht zur Mundatmung und die Trockenheit der Schleimhäute wird vermieden.
  • Ein weiteres Hilfsmittel, um die Mundatmung und das Schnarchen zu verhindern, sind Mundstücke. Sie bestehen aus Kunststoff, werden vor dem Schlafengehen in den Mund eingeführt und sorgen dafür, dass er in der Nacht geschlossen bleibt.

Um herauszufinden, ob Sie schnarchen, können Sie etwa nachts eine Tonaufnahme anfertigen – oder Sie fragen Ihren Partner. Hilfreich sind auch verschiedene Apps, die über Nacht Ihr Schlaf- und Schnarchverhalten kontrollieren. Diese ersparen es Ihnen, sich acht Stunden Schlaf anzuhören und geben meist auch schon Hinweise, ob Sie eher durch Mund oder Nase schnarchen.

3. Medikamente checken

Überprüfen Sie Ihre Medikamentenliste! Darunter können sich Arzneimittel befinden, die als Nebenwirkung die Schleimhäute austrocknen lassen können. Manche Arzneien bringen den Körper dazu, vermehrt Wasser auszuscheiden, hemmen die Nerven, die die Speichelproduktion steigern, oder beeinflussen Ihre Mundschleimhaut auf andere Weise. Hinweise darauf, dass Ihr Medikament Mundtrockenheit verursacht, können Sie in der Packungsbeilage unter dem Punkt “Unerwünschte Nebenwirkung” finden. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Hausarzt, ob das trockene Gefühl im Mund von einem Ihrer Medikamente ausgelöst wird. Er kann Ihnen auch sagen, ob es Alternativen gibt. Setzen Sie jedoch nie Ihre Medikamente auf eigene Faust ab!

Entsprechende Arzneimittel können zum Beispiel sein:

  • Blutdruckmedikamente wie Diuretika, ACE-Hemmer und manche Betablocker
  • Beruhigungsmittel und Antidepressiva (Benzodiazepine, trizyktische Antidepressiva, SSRI)
  • Medikamente gegen Sodbrennen (Omeprazol, Pantoprazol)
  • Antihistaminika gegen Allergien
  • Atropin
  • Cannabinoide

4. Was tun bei Mundtrockenheit: Gewohnheiten überprüfen

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Ein trockener Mund kann auch vom gestrigen gemütlichen Abend mit Freunden kommen – und dem ein oder anderen Gläschen zu viel: Alkoholkonsum, gerade vor dem Schlafengehen, lässt den Körper Wasser verlieren. Das führt neben den obligatorischen Kopfschmerzen auch zu einem starken Durstgefühl. Auch Kaffee entzieht dem Körper Wasser. An erster Stelle der Genussmittel, die Ursachen für Mundtrockenheit sein können, steht das Rauchen. Das Nikotin führt dazu, dass sich kleine Gefäße in der Mundschleimhaut zusammenziehen. Die Schleimhaut ist dadurch schlechter durchblutet und trocknet leichter aus. Auch andere Drogen wie Cannabisprodukte oder Amphetamine sorgen für Trockenheit im Mund- und Rachenraum. Wenn Sie unter Mundtrockenheit leiden, sollten Sie also überlegen, ob Sie diese Gewohnheiten einschränken oder ganz aufgeben

5. Stress vermeiden und lernen, sich zu entspannen

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Leichter gesagt als getan – aber trotzdem sehr sinnvoll bei Mundtrockenheit. Es ist kein Zufall, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen häufiger über trockene Schleimhäute klagen. Steht der Körper dauerhaft unter Stress, wird das autonome Nervensystem aktiviert, das aus zwei Komponenten besteht. Der sogenannte Sympathikus ist das “Stress- und Aktivierungssystem”. Sein Gegenspieler ist der Parasympathikus – das “Entspannungssystem” – das auch die Verdauung reguliert und für die Speichelproduktion zuständig ist. Bei chronischem Stress verschiebt sich die Balance zwischen diesen beiden Systemen zugunsten des Sympathikus. Dadurch wird die Speichelproduktion gehemmt und es kann zu Mundtrockenheit kommen.

Deshalb sollten Sie versuchen, Ihren körperlichen und seelischen Stress zu verringern und eventuell Techniken zur Entspannung und Stressbewältigung zu erlernen. Unter Umständen kann auch eine psychologische Beratung sinnvoll sein.


Wenn alles nichts hilft

Bevor Sie zu anderen Mitteln greifen, sollten Sie die oben genannten Tipps ausprobieren. Wenn Sie dennoch unter anhaltender Mundtrockenheit leiden, können Sie den fehlenden Speichel künstlich ersetzen oder durch Arzneien anregen. Dazu gibt es verschiedene Produkte, die Sie in den Mund sprühen, lutschen oder einfach für die Nacht an die Zähne oder das Zahnfleisch kleben können. Bei starken Beschwerden ist es sinnvoll, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Er kann Ihnen sagen, ob möglicherweise eine Krankheit die Ursache für Ihren trockenen Mund ist oder was Sie sonst bei Mundtrockenheit tun können.

Literatur

Für den detaillierten Literaturnachweis zu diesem Text sehen Sie sich bitte unsere Bibliographie an.

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